Mit Methode suchen statt mit Glück.
PADI Search and Recovery Diver – Suchen und Bergen mit Plan
Kursbeschreibung
Im Kurs PADI Search and Recovery Diver lernst du, einen unter Wasser verlorenen Gegenstand mit Methode zu finden und ihn an die Oberfläche zu bringen, ohne dich oder das Team zu gefährden. Früher oder später verliert jeder Taucher etwas: eine Kamera, eine Lampe, einen Computer, einen Anker. In diesem Kurs geht es um Planung, Leinenarbeit und den kontrollierten Aufstieg einer Last.
Das Programm hat zwei Teile: Suchen und Bergen. Der erste umfasst systematische Suchmuster: Kreissuche mit Leine, erweitertes Quadrat, U-Muster und Suche entlang einer Führungsleine. Du lernst, das Muster an Boden, Sicht und Größe des gesuchten Gegenstands anzupassen. Der zweite Teil ist die Bergung: Knoten binden, Last sichern, mit dem Hebesack arbeiten und das Aufstiegstempo kontrollieren.
Eine Last zu heben ist in der Praxis eine Übung in Tarierung. Der Hebesack dehnt sich beim Aufstieg genauso aus wie das Wing, und eine unkontrollierte Last kann den Taucher nach oben ziehen. Deshalb legen wir im Kurs Wert auf eine stabile Lage (gute Vorbereitung ist PADI Peak Performance Buoyancy), neutrale Tarierung bei der Arbeit mit den Händen und die Regel, dass der Taucher nie mit der Last zur Oberfläche aufsteigt.
Polnische Seen und Steinbrüche mit weichem, schlammigem Boden und einer Sicht von oft unter ein paar Metern sind ein anspruchsvoller, aber realistischer Ort zum Lernen. Was du in diesem Kurs lernst, brauchst du an Wracks, beim Umgang mit Abstiegsleinen und Dekostationen und überall dort, wo ein Team nach einem gemeinsamen Plan arbeiten muss.
Meist 2 Ausbildungstage: Theorie (E-Learning oder im Kursraum), Vorbereitung an Land (Knoten, Ausrüstung, Leinenkommunikation) und vier Tauchgänge im Freiwasser.
4 Tauchgänge im Freiwasser. Der erste Tauchgang des Kurses kann als Abenteuertauchgang im Kurs PADI Advanced Open Water Diver angerechnet werden.
Die Ausbildungstauchgänge finden in mäßigen Tiefen statt, meist bis 18 m. Bergeübungen planen wir flacher, damit der Aufstieg der Last kurz und leicht zu kontrollieren ist.
Höchstens 4 Teilnehmer pro Tauchlehrer. Viele Übungen laufen in Buddyteams, und in einer kleinen Gruppe übernimmt jeder einmal die Rolle des suchenden und des sichernden Tauchers.
Luft oder Nitrox für Taucher mit PADI Nitrox. Körperliche Arbeit unter Wasser erhöht den Gasverbrauch, deshalb rechnen wir den Gasplan mit mehr Reserve als sonst.
Was du nach dem Kurs kannst:
- eine Suche im Team planen und organisieren,
- das Suchmuster passend zu Boden, Sicht und Größe des Gegenstands wählen,
- Kreissuche, Quadratsuche, U-Muster und Suche entlang einer Leine durchführen,
- Grundknoten binden: Palstek, Achterknoten, zwei halbe Schläge, Schotstek,
- eine Last sichern und die Auftriebskraft des Hebesacks wählen,
- einen Gegenstand kontrolliert mit dem Hebesack heben,
- bei eingeschränkter Sicht über Leinensignale kommunizieren.
- Mindestalter: 12 Jahre,
- Brevet PADI (Junior) Open Water Diver oder gleichwertig einer anderen Organisation,
- Gesundheitszustand, der das Tauchen erlaubt (medizinischer Fragebogen, bei Bedarf ärztliches Attest),
- stabile Tarierung; Erfahrung mit Kompassnavigation empfohlen (z. B. PADI Underwater Navigator).
Spezialausrüstung
- Hebesack (Lift Bag) mit passender Auftriebskraft und Ablassventil,
- Spool oder Reel mit Leine,
- Kompass,
- Oberflächenboje zur Markierung des Suchgebiets,
- Messer oder Schere zum Schneiden der Leine.
Standardausrüstung
- Neopren- oder Trockentauchanzug passend zur Wassertemperatur,
- Jacket oder Wing, Flasche, Atemregler mit Oktopus,
- Tauchcomputer,
- Maske, Flossen, Lampe, Handschuhe.
Hebesäcke, Leinen und Übungsgewichte stellt Long Deco. Die übrige Ausrüstung kannst du leihen; eigene Handschuhe lohnen sich, weil die Arbeit mit der Leine sie schnell abnutzt.
Kursgebühr
Der Preis wird individuell festgelegt, abhängig von Ort, Termin und Teilnehmerzahl.
Registrierungs- und Brevetgebühr
Nach der aktuellen Preisliste von PADI.
Zusätzliche Kosten
Leihausrüstung, Gase, Eintritt zu Tauchplätzen, gegebenenfalls Bootslogistik, Anreise, Unterkunft.
Theorie
Der Theorieteil umfasst:
- Planung der Suche: Vorabinformationen, Festlegen des Suchgebiets, Verteilung der Rollen,
- Suchmuster und ihre Wahl je nach Bedingungen,
- Knoten für Suche und Bergung,
- Physik des Hebens: Verdrängung, Ausdehnung von Gas, Auftriebskraft,
- Bergemethoden: Hebesack, Leine von der Oberfläche, Änderung der Tarierung,
- Gefahren: unkontrollierter Aufstieg, Verheddern, Überlastung, Ermüdung,
- Grenzen des Sporttauchens bei Sucheinsätzen.
Praxis
Vor dem ersten Tauchgang üben wir Knoten und Leinensignale an Land. Unter Wasser ist jeder Teilnehmer abwechselnd suchender Taucher und Taucher an der Leine.
Tauchgang 1: Kreissuche
- Leine vom Mittelpunkt auslegen und den Kreis absuchen,
- Radius vergrößern und abgesuchtes Gebiet markieren,
- Kommunikation über Leinensignale.
Tauchgang 2: Suche mit dem Kompass
- Gebiet im erweiterten Quadrat oder im U-Muster absuchen,
- Entfernung über Flossenschläge messen,
- Fundort des Gegenstands markieren.
Tauchgang 3: Heben eines kleinen Gegenstands
- Gegenstand mit einem Knoten sichern,
- Gegenstand ein Stück anheben und dabei die Tarierung kontrollieren,
- Last kontrolliert wieder auf dem Boden absetzen.
Tauchgang 4: Bergung mit dem Hebesack
- Bergung planen und Gewicht des Gegenstands einschätzen,
- Hebesack füllen und Aufstiegstempo der Last kontrollieren,
- komplette Suche und Bergung im Team durchführen.
Hänge dich nie an die Last oder an den Hebesack. Füll den Sack schrittweise, von der Seite, und halte das Ablassventil griffbereit. Wenn die Last zu schnell nach oben geht, lässt du sie los und bleibst, wo du bist.