Unter der Decke, in Reichweite des Lichts.
PADI Cavern Diver – der erste Schritt zum Höhlentauchen
Kursbeschreibung
Der Kurs PADI Cavern Diver ist die erste, sichere Etappe auf dem Weg zum Höhlentauchen: Du lernst das Tauchen in Grotten und Höhleneingängen, also in dem Bereich, in den noch Tageslicht fällt. Über dir ist eine Decke, der Weg zur Oberfläche führt also nicht mehr senkrecht nach oben, sondern zurück zum Ausgang. Diese eine Änderung gibt Planung, Gasmanagement und Teamarbeit eine ganz andere Bedeutung.
Im Kurs lernst du die Arbeit mit Reel und Führungsleine, die Drittelregel in der Gasplanung, Kommunikation mit Licht und Berührung und Flossentechniken, die kein Sediment aufwirbeln. Wir üben Verfahren für Sichtverlust, Buddyverlust und Ausrüstungsausfälle, damit du in jeder Situation ruhig und ohne Hast den Weg zum Ausgang findest. Der Kurs verlangt stabile Tarierung und Trimm. Wer sie zuerst verbessern will, dem empfehlen wir den Kurs PADI Peak Performance Buoyancy.
In Polen gibt es keine natürlichen Grotten für Kurstauchgänge. Deshalb machen wir Theorie, Reel-Workshop und Leinenübungen in Polen, in Seen und Steinbrüchen, und die Grottentauchgänge auf Reisen, zum Beispiel in den Cenoten Mexikos oder an Quellen in Frankreich. Die schlechte Sicht in polnischen Gewässern ist übrigens ein gutes Training für die Arbeit mit der Leine.
Cavern Diver ist kein Höhlenkurs und berechtigt nicht zu Tauchgängen außerhalb des Tageslichtbereichs. Der Kurs zeigt dir, wie Disziplin beim Tauchen in Überkopfumgebungen aussieht, und hilft dir, bewusst zu entscheiden, ob du die Ausbildung in Richtung technisches Tauchen und Höhlentauchen fortsetzen willst.
Meist 2 Tauchtage nach Theorie und einem Reel-Workshop an Land. Machst du den Kurs auf einer Reise, erledigst du Theorie und Übungen an Land am besten vor dem Abflug in Polen.
4 Ausbildungstauchgänge in Grotten, davor Übungen mit der Leine an Land und im Freiwasser.
Höchstens 30 Meter, im Tageslichtbereich, bei einer Gesamtentfernung zur Oberfläche (Tiefe plus horizontale Strecke) von höchstens 40 Metern. Wir tauchen nur dort, wo zwei Taucher nebeneinander schwimmen können.
Höchstens 4 Teilnehmer pro Tauchlehrer, in der Grotte selbst meist weniger. In einer Umgebung mit Decke muss der Tauchlehrer jeden Teilnehmer sehen und sofort reagieren können.
Luft, mit dem Brevet PADI Nitrox auch Nitrox. Die Gasplanung folgt der Drittelregel: ein Drittel für den Hinweg, ein Drittel für den Rückweg, ein Drittel als Reserve für das Team.
Was du nach dem Kurs kannst:
- einen Grottentauchgang nach der Drittelregel planen,
- mit dem Reel arbeiten: Leine anbinden, befestigen, aufrollen,
- bei eingeschränkter Sicht an der Leine entlang schwimmen,
- Flossentechniken, die kein Sediment aufwirbeln,
- Kommunikation mit Licht und Berührung,
- Verfahren bei Buddyverlust und Verlust der Leine,
- Ausrüstung mit redundanter Lichtquelle konfigurieren.
- Mindestalter: 18 Jahre,
- Brevet PADI Adventure Diver oder gleichwertig; bei Long Deco empfehlen wir AOWD und Erfahrung mit Trockentauchanzug oder Tauchgängen bei schlechter Sicht,
- guter Gesundheitszustand, bestätigt durch den medizinischen Fragebogen,
- stabile Tarierung und Trimm; eine gute Vorbereitung ist der Kurs Peak Performance Buoyancy.
Spezialausrüstung
- Hauptlampe und zwei Backup-Lampen,
- Reel mit Führungsleine,
- Richtungsmarkierungen (Pfeile) und persönliche Markierungen,
- zwei unabhängige Atemregler oder ein Atemregler mit langem Schlauch,
- Messer oder Schneidwerkzeug an gut erreichbarer Stelle.
Standardausrüstung
- Maske (Ersatzmaske empfohlen), steife Flossen oder Jetfins,
- Anzug passend zur Wassertemperatur,
- Wing oder Jacket in stromlinienförmiger Konfiguration,
- Tauchcomputer,
- Flasche und Blei.
Lampen, Reels und Markierungen kannst du bei Long Deco leihen. Vor dem Kurs prüfen wir mit dir die Konfiguration, denn in der Grotte kann jeder lose hängende Schlauch an der Leine hängen bleiben.
Kursgebühr
Der Preis wird individuell festgelegt.
Registrierungs- und Brevetgebühr
Nach der aktuellen Preisliste von PADI.
Zusätzliche Kosten
Leihausrüstung, Gase, Eintritt in Cenoten oder Tauchplätze, Transport vor Ort, Anreise und Unterkunft.
Theorie
In der Theorie des Kurses Cavern Diver geht es vor allem darum, was man nicht tut, und warum. Wir analysieren die Ursachen von Unfällen in Überkopfumgebungen und leiten daraus Regeln ab.
- Unterschied zwischen Grotte und Höhle und die Grenzen beim Grottentauchen,
- Unfallanalyse und Sicherheitsregeln in Überkopfumgebungen,
- Gasplanung nach der Drittelregel,
- Arbeit mit Führungsleine und Markierungen,
- Kommunikation im Team: Handzeichen, Lichtzeichen und Berührung,
- Konfiguration der Ausrüstung und redundantes Licht,
- Schutz von Grotten und Höhlen.
Praxis
Bevor wir in eine Grotte tauchen, übt der Teilnehmer die Arbeit mit dem Reel an Land und im Freiwasser, bis die Handgriffe flüssig sitzen.
- Workshop an Land: Leine abrollen und aufrollen, Befestigungen, Kommunikation durch Berührung mit geschlossenen Augen,
- Übungen im Freiwasser: Leine verlegen, Froschkick und doppelter Froschkick,
- Tauchgänge in der Grotte entlang einer vorhandenen Leine und mit der eigenen Leine des Teilnehmers,
- simulierter Sichtverlust und Rückweg an der Leine,
- Verfahren bei Buddyverlust und beim Wiederfinden der Leine,
- Gas teilen mit Ausstieg entlang der Leine,
- Tauchgang nach der Drittelregel planen und durchführen.
Jeder Taucher kann einen Tauchgang jederzeit beenden, ohne einen Grund zu nennen. In der Grotte ist dieses Zeichen das wichtigste, und niemand diskutiert darüber.